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Informationsportal | Psychoonkologie in der Versorgungswirklichkeit

„Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.“
Johann Wolfgang von Goethe
(Werk: Wilhelm Meisters Wanderjahre)

LebensWert am Uniklinikum Köln ist ein „Verein für angewandte Psychoonkologie“. Das bedeutet, es ist dem Verein ein besonderes Anliegen Krebspatienten und deren Angehörigen die best mögliche psychoonkologische Versorgung anzubieten, und aufzuzeigen, dass dieses Angebot in der Versorgungspraxis jeden einzelnen Patienten erreicht und hilfreich ist.

In Umsetzung seines Anspruches untersucht der Verein, ob der richtige Patient zum richtigen Zeitpunkt die richtige psychoonkologische Versorgung erhält, ob die Versorgung für ihn persönlich von Nutzen ist und wie sie gegebenenfalls verbessert werden kann.

Der Verein LebensWert möchte Krebspatienten und deren Angehörige, aber auch die Öffentlichkeit, über die Aufgaben, Ziele und Ergebnisse der psychoonkologischen Beratung, Behandlung und Begleitung in der täglichen Versorgungspraxis informieren. Anhand möglichst großer Patientenzahlen und möglichst zahlreicher Krebsindikationen soll dabei verdeutlicht werden, wie belastet krebskranke Menschen sind, die diese professionelle Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen und wie entlastend diese Hilfe wirkt.

Das Informationsportal „Psychoonkologie in der Versorgungswirklichkeit“ des Verein LebensWert soll diese Informationen in Form von Informationsgrafiken zur psychoonkologischen Versorgungspraxis den von Krebs Betroffenen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Zugleich soll das Informationsportal dazu beitragen, die vollständige Integration der psychoonkologischen Versorgung von Krebspatienten in die Krebstherapie und Krebsnachsorge im Gesundheitswesen zu fördern.

Einblicke in die Praxis der Beratung, Behandlung und Begleitung von Krebspatienten

Das Informationsportal möchte eine Nahtstelle sein, die zwischen der vertrauensvollen und schützenswerten Zusammenarbeit von Patient und Psychotherapeut und dem begründeten Informationsbedürfnis der interessierten Bevölkerung an dem, was diese Zusammenarbeit ausmacht und bewirkt, vermittelt.

Die Informationen des Portals beruhen auf der psychoonkologischen Versorgungspraxis. Sie resultieren aus Daten, die psychoonkologische Fachkräfte im Verlauf der psychoonkologischen Beratung, Behandlung und Begleitung von Krebspatienten dokumentiert haben. Die Daten werden vollständig anonymisiert ausgewertet, mit Methoden der psychoonkologischen Versorgungsforschung analysiert und in einer Form dargestellt, die für die interessierte Bevölkerung informativ ist.

Psychoonkologische Versorgungsangebote des Vereins LebensWert

Der Verein LebensWert stellt allen Krebspatienten der Uniklinik Köln und Krebspatienten der Kölner Region ein umfangreiches psychoonkologisches Angebot zur Verfügung. Grundlage der psychoonkologischen Versorgung von LebensWert e.V. stellen der „Nationale Krebsplan“ der Bundesregierung sowie die Leitlinie „Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V dar.

Zu den Angeboten des Vereins zählen vor allem psychotherapeutische, bewegungstherapeutische, kunsttherapeutische und musiktherapeutische Angebote.
Diese psychoonkologischen Versorgungsangebote werden an den individuellen Bedarf des Krebspatienten und dessen Angehörigen angepasst. Das psychoonkologische Versorgungsangebot erfolgt auf Grundlage psychoonkologischer Versorgungspfade für den stationären und den ambulanten Versorgungssektor. Die Pfade sind in die Krebstherapie und Krebsnachsorge des Centrums für Integrierte Onkologie Köln Bonn, Standort Köln sowie kooperierender niedergelassener Praxen integriert.

Im ambulanten Versorgungssektor werden von Krebs betroffene Menschen mit emotionalen und psychosozialen Belastungen gezielt durch ihren behandelnden Arzt befragt und ihnen wird bei Bedarf eine psychoonkologische Versorgung angeboten.

Im stationären Versorgungssektor findet eine psychoonkologische Früherkennungsuntersuchung statt, in der erstmals an Krebs erkrankte und im Krankenhaus vorstellig werdende Patienten möglichst bereits zum Zeitpunkt des ärztlichen Aufklärungsgespräches anhand geeigneter Verfahren zu ihrer psychischen und psychosozialen Belastung befragt werden. Die Untersuchung wird unter Einsatz der deutschen Version der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) sowie einem Patientenfragebogen (PF) durchgeführt. Krebspatienten mit einem erhöhten Risiko für eine psychische Belastung aufgrund von Ängsten und Depressivität werden gezielt von einen Psychotherapeuten aufgesucht, der eine vertiefte Untersuchung der Art und des Ausmaßes der psychischen und psychosozialen Belastung durchführte und die psychoonkologische Versorgung einleitete. Die Versorgung kann sich über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten erstrecken.

Informationsgrafiken zur „Psychoonkologie in der Versorgungswirklichkeit“

Im Jahre 2016 hat der Verein LebensWert e.V. im Auftrag der Universitätsklinik Köln, sowie mit freundlicher Unterstützung von Pfizer Deutschland, anonymisierten Datensätze von 5.008 psychoonkologischer Untersuchungen aus den Jahren 2004 und 2015 ausgewertet. Die Untersuchungen sind im Rahmen eines Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen (2004-2006), von Kollegen am Klinikum Herford (2008-2015) sowie am Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn, Standort Köln (2009-2015) in der Phase ihrer Aufnahme von Patienten zur stationären Krebstherapie durchgeführt worden.

Aufbereitung der 5.008 Datensätze

In die Auswertung sind die HADS-Rohwerte, die PF-Rohwerte, die Krebsdiagnose, das Alter, das Geschlecht, der Familienstand sowie die Lebenssituation (z.B. mit oder ohne Kinder lebend) eingegangen. Es erfolgte überwiegend eine deskriptive Auswertung und Interpretation der Daten mit einer grafischen Darstellung von Mittelwerten und prozentualen Verteilungen ausgewählter Kennwerten der psychischen und psychosozialen Belastung von Krebspatienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen (zumeist Krebsdiagnosen mit einem N von >100 je Indikation) zu Beginn der Krebstherapie im Krankenhaus. Die Darstellung der Daten erfolgt in Form von Informationsgrafiken und thesenhaften Kernaussagen.

 

Ziel der Informationsgrafiken ist es, von Krebs betroffene Menschen sowie der interessierten Fachöffentlichkeit und Bevölkerung Informationen über die psychische und psychosoziale Verfassung von Krebspatienten zu Beginn ihrer Krebstherapie bereitzustellen.

Die Aussagekraft der Informationsgrafiken liegt darin begründet, dass die Ergebnisse auf Daten basieren, die

  • während der psychoonkologischen Routineversorgung erhoben wurden,
  • eine umschriebene und relevante Phase der Krebstherapie betreffen, kurz nach stationärer Aufnahme und Krebsdiagnose, und die
  • eine sehr große Anzahl an Krebspatienten (N = 5.008) und große Untergruppen einzelner Krebsdiagnosen (N > 100, je Indikation) berücksichtigen.

 

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